Ratgeber

Was ist ein Longevity Check-up?

Ein Longevity Check-up ist eine medizinische Tiefenuntersuchung, die Risikofaktoren für altersbedingte Erkrankungen misst, bevor Symptome auftreten. Ziel ist nicht die Diagnose einer bestehenden Krankheit, sondern die Quantifizierung Deines biologischen Alters, Deiner individuellen Risikotrajektorie und die Ableitung eines überprüfbaren Präventionsplans.

Typischerweise umfasst er 87 bis 230+ Biomarker, ein Ganzkörper-MRT, Spiroergometrie, Gefäßultraschall, Kognitionstests und optional Genetik sowie Multi-Cancer Liquid Biopsy.

Definition

Der Begriff „Longevity Check-up“ beschreibt ein standardisiertes präventivmedizinisches Diagnostikprogramm, das über die gesetzliche Vorsorge hinausgeht. Der Fokus liegt auf drei Ebenen:

  • Früherkennung: Aneurysmen, Tumore, Gefäßveränderungen, Stoffwechselstörungen und Organveränderungen, bevor sie klinisch auffällig werden.
  • Risikoquantifizierung: Messung modifizierbarer Risikofaktoren wie ApoB, Lp(a), HOMA-IR, VO2max, Knochendichte, kognitiver Leistung und Entzündungsmarkern.
  • Intervention und Monitoring: Ableitung eines individuellen Präventionsplans (Ernährung, Training, Schlaf, Supplementation, ggf. Medikation) und longitudinale Verlaufskontrolle.

Longevity Check-up vs. Check-up ab 35 der gesetzlichen Krankenversicherung

Beide haben ihre Berechtigung. Sie beantworten aber unterschiedliche Fragen.

Blutwerte

Check-up 35

~5 (Cholesterin, Blutzucker)

Longevity

87 bis 230+ Biomarker

Bildgebung

Check-up 35

Keine

Longevity

Ganzkörper-MRT ab Evolve

Kardiovaskulär

Check-up 35

Blutdruck

Longevity

EKG + Echo + Gefäßultraschall + Spiroergometrie

Krebsfrüherkennung

Check-up 35

Altersbasierte Screenings

Longevity

MRT + Liquid Biopsy ab Evolve

Epigenetik

Check-up 35

Nicht verfügbar

Longevity

DunedinPACE, GrimAge ab Ultimate

Dauer

Check-up 35

20 bis 30 Min

Longevity

6 bis 9 Stunden

Sechs Domänen eines Longevity Check-ups

Die konkrete Ausgestaltung variiert zwischen Anbietern. Ein vollständiger Check-up adressiert diese sechs Bereiche.

1. Biomarker im Blut

Lipidprofil inklusive ApoB und Lp(a), Entzündungsmarker (hsCRP, IL-6), Glukose-/Insulinstoffwechsel (HOMA-IR, HbA1c), Schilddrüse, Geschlechts- und Stresshormone, Vitamine, Spurenelemente, Leber- und Nierenfunktion.

2. Herz-Kreislauf

EKG, Belastungs-EKG, Echokardiographie, Gefäßultraschall mit Doppler, Blutdruckprofil, HRV. Sichtbar werden strukturelle Veränderungen und frühe Atherosklerose.

3. Fitness & Stoffwechsel

Spiroergometrie (VO2max) als einer der stärksten Mortalitätsprädiktoren. Knochendichte, Handkraft, Bodyplethysmographie, Körperzusammensetzung.

4. Bildgebung

Ganzkörper-MRT mit Präventivprotokoll. Hochauflösende Darstellung von Gehirn, Wirbelsäule, Thorax, Abdomen und Becken. Strahlenfrei. Kann klinisch stumme Tumore, Aneurysmen und Organveränderungen sichtbar machen.

5. Kognition & Mental Health

Neurokognitive Tests für Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis und Exekutivfunktionen. Validierte Fragebögen zu Stress, Schlaf, Stimmung. Optionales Demenz-Screening.

6. Molekulare Uhren

Epigenetische Altersbestimmung (DunedinPACE, GrimAge), Genom-Sequenzierung zur Identifikation relevanter Varianten, Mikrobiom-Analyse und Liquid Biopsy für Multi-Cancer Early Detection.

Warum ein Longevity Check-up heute Sinn ergibt

Vier der fünf häufigsten Todesursachen in Deutschland sind altersbedingt und zu einem großen Teil modifizierbar: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Stoffwechselkrankheiten und neurodegenerative Erkrankungen. Für jede dieser Gruppen gibt es messbare Risikofaktoren, die Jahre bis Jahrzehnte vor Symptombeginn erkennbar sind.

Parallel dazu ist die diagnostische Tiefe, die früher nur in Forschungsstudien verfügbar war, heute klinisch zugänglich: hochauflösende MRT, Multi-Cancer Liquid Biopsy, epigenetische Uhren, Spiroergometrie mit präziser VO2max-Bestimmung und umfangreiche Biomarker-Panels.

Ein Longevity Check-up verbindet beide Entwicklungen: messbare Frühsignale plus strukturierte Interventionen. Ziel ist nicht, ewig zu leben, sondern gesunde, aktive Jahre zu maximieren.

Häufige Fragen zum Longevity Check-up

Ein Longevity Check-up ist eine medizinische Tiefenuntersuchung, die messbare Risikofaktoren für altersbedingte Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Krebs, Stoffwechselstörungen und neurodegenerative Prozesse quantifiziert und aus den Ergebnissen einen individuellen Präventionsplan ableitet, bevor Symptome auftreten.

Der Check-up 35 der gesetzlichen Krankenkasse umfasst Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin und eine Basisanamnese. Ein Longevity Check-up geht deutlich tiefer: 87 bis 230+ Biomarker, Ganzkörper-MRT, Spiroergometrie (VO2max), Gefäßultraschall, Kognitionstests, optional Genetik und Liquid Biopsy. Ziel ist nicht nur die Feststellung akuter Krankheit, sondern die Quantifizierung Deines biologischen Alters und Deiner Risikotrajektorie.

Sechs Domänen werden in der Regel abgedeckt: 1) umfassendes Blutbild mit Entzündungsmarkern, Hormonen, Stoffwechselparametern und Nährstoffstatus, 2) kardiovaskuläre Diagnostik mit EKG, Echokardiographie und Gefäßultraschall, 3) Lungenfunktion und Spiroergometrie, 4) Bildgebung, meist als Ganzkörper-MRT, 5) neurokognitive Tests, 6) optional Genetik, Epigenetik, Mikrobiom und Multi-Cancer Liquid Biopsy. Die konkrete Ausgestaltung variiert zwischen Anbietern.

Das chronologische Alter in Jahren sagt wenig darüber aus, wie schnell Dein Körper tatsächlich altert. Biologisches Alter wird über validierte Biomarker geschätzt: epigenetische Uhren wie DunedinPACE und GrimAge, Telomerlänge, Entzündungsmarker und Organfunktions-Parameter. Ein Longevity Check-up misst diese Werte und zeigt, ob Du biologisch jünger oder älter bist, als es das Geburtsjahr erwarten lässt. Diese Information macht Interventionen überprüfbar.

Die einzelnen Bestandteile sind sehr gut belegt. Risikofaktoren wie ApoB, Lp(a), HbA1c, VO2max und Blutdruck gelten als robuste Prädiktoren für Morbidität und Mortalität. Ganzkörper-MRT ist in Studien als Früherkennungsinstrument validiert (z. B. Lancet 2023). Epigenetische Uhren sind methodisch gut etabliert. Die Gesamtwirkung eines kombinierten Check-ups auf Lebenserwartung wird aktuell in Langzeitstudien untersucht. Ein seriöser Longevity-Anbieter macht hier keine Heilsversprechen, sondern nutzt die aktuell beste verfügbare Evidenz.

Für die meisten Erwachsenen zwischen 35 und 65 ist ein jährlicher oder zweijährlicher Rhythmus sinnvoll. Biomarker verändern sich graduell, und erst longitudinale Daten zeigen belastbare Trends. Interventionen wie Ernährungsumstellung, Trainingsplan oder Medikamentengabe brauchen 3 bis 12 Monate, bis ein Effekt messbar wird. Bei Risikopatienten oder im Anschluss an Interventionen können kürzere Intervalle sinnvoll sein.

Der späteste sinnvolle Startpunkt ist Mitte 30. Zu diesem Zeitpunkt beginnen messbare Veränderungen in ApoB, Insulinresistenz, Gefäßelastizität und Lungenfunktion. Viele dieser Werte sind in diesem Alter noch gut beeinflussbar. Bei familiärer Vorbelastung (frühe Herzinfarkte, Krebs, Demenz) ist ein Check-up bereits ab Mitte 20 vertretbar.

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