Burnout erkennen: Symptome, Ursachen & medizinische Diagnostik | YEARS
Eine Erschöpfung, die auch nach dem Wochenende nicht weicht. Ein Zynismus gegenüber der Arbeit, die Dir einmal wichtig war. Das Gefühl, trotz größter Anstrengung nicht mehr leistungsfähig zu sein…

Burnout: Symptome, Ursachen, Diagnostik und Behandlung
Erschöpfung, die auch nach dem Wochenende nicht verschwindet. Zynismus gegenüber einer Arbeit, die dir früher wichtig war. Das Gefühl, trotz großer Anstrengung nicht mehr leistungsfähig zu sein. Wenn du das erlebst, bist du nicht allein. Diese Symptome können auf ein Burnout-Syndrom hindeuten – einen Zustand, der weit über einfaches „Gestresstsein“ hinausgeht.
Burnout zu erkennen, ist ein entscheidender erster Schritt, um eine negative Entwicklung zu durchbrechen. Viele Menschen zögern, suchen Erklärungen oder spielen ihre Symptome herunter, bis sie irgendwann nicht mehr können.
Dieser Artikel bietet eine fundierte medizinische Perspektive. Du erfährst, was Burnout tatsächlich ist, wie sich Warnzeichen richtig einordnen lassen und warum eine medizinische Abklärung sinnvoll sein kann, bevor vorschnell von einer rein psychischen Ursache ausgegangen wird. Chronische Erschöpfung hat viele Gesichter, und nicht alle davon sind psychisch bedingt.
Was ist Burnout? Definition, ICD-11 und Abgrenzung zur Depression
Der Begriff „Burnout“ ist allgegenwärtig, seine medizinische Definition jedoch vergleichsweise klar. Die Weltgesundheitsorganisation WHO führt Burnout in der Internationalen Klassifikation der Krankheiten, ICD-11, unter dem Code QD85. Burnout wird dabei nicht als eigenständige Erkrankung klassifiziert, sondern als berufsbezogenes Phänomen, das aus chronischem Stress am Arbeitsplatz entsteht, der nicht erfolgreich bewältigt wurde (WHO, 2019).
Die Definition beruht auf drei zentralen Dimensionen, die ursprünglich von der Sozialpsychologin Christina Maslach beschrieben wurden:
- Emotionale Erschöpfung: Das Gefühl, ausgelaugt und energielos zu sein. Emotionale und körperliche Ressourcen fühlen sich aufgebraucht an.
- Zynismus oder Distanzierung: Eine zunehmend distanzierte, negative oder zynische Haltung gegenüber der eigenen Arbeit, Kolleginnen und Kollegen oder Klientinnen und Klienten. Man fühlt sich entfremdet.
- Reduzierte berufliche Leistungsfähigkeit: Das Gefühl, weniger effektiv zu sein und trotz großer Anstrengung weniger zu erreichen. Das Vertrauen in die eigenen beruflichen Fähigkeiten nimmt ab.
Diese Klassifikation macht eines deutlich: Burnout ist als berufsbezogenes Phänomen definiert. Nach WHO sollte der Begriff spezifisch auf den Arbeitskontext angewendet werden und nicht auf Erfahrungen in anderen Lebensbereichen.
Burnout von Depression unterscheiden
Die Symptome von Burnout und Depression überschneiden sich deutlich, insbesondere bei Erschöpfung und Antriebsmangel. Die Abgrenzung kann schwierig sein und gehört in die Hände einer Ärztin, eines Arztes oder einer Psychotherapeutin beziehungsweise eines Psychotherapeuten.
- Kontext: Burnout ist per Definition mit chronischem Stress am Arbeitsplatz verbunden. Eine Depression kann Stimmung, Motivation, Interesse, Denken, Schlaf und Funktionsfähigkeit in vielen Lebensbereichen beeinträchtigen.
- Selbstwert: Bei Burnout stehen reduzierte berufliche Leistungsfähigkeit und negative Gefühle gegenüber der Arbeit im Vordergrund. Bei Depression können Schuldgefühle oder Gefühle der Wertlosigkeit die gesamte Selbstwahrnehmung betreffen.
- Suizidalität: Suizidgedanken können bei Depressionen und anderen schweren psychischen Belastungszuständen auftreten und erfordern immer eine unmittelbare professionelle Abklärung. Ihr Auftreten erlaubt keine zuverlässige Abgrenzung zwischen Burnout und Depression.
Eine korrekte Differenzialdiagnose ist wichtig, da sich die Behandlungsansätze unterscheiden können.
Burnout von ME/CFS unterscheiden
Chronische Erschöpfung wird manchmal mit Myalgischer Enzephalomyelitis beziehungsweise Chronischem Fatigue-Syndrom, kurz ME/CFS, verwechselt. ME/CFS ist eine schwere chronische Multisystemerkrankung, deren zentrales Merkmal die sogenannte Post-Exertional Malaise (PEM) ist: eine deutliche Verschlechterung der Symptome nach körperlicher oder geistiger Belastung, die zuvor problemlos toleriert worden wäre.
Diese ausgeprägte PEM gehört nicht zu den definierenden Merkmalen von Burnout.
Weitere typische Merkmale von ME/CFS können nicht-erholsamer Schlaf, kognitive Einschränkungen und orthostatische Intoleranz sein.
Selbstdiagnosen sind riskant. Die richtige Einordnung gehört in die Hände erfahrener Ärztinnen, Ärzte oder Therapeutinnen und Therapeuten.
Burnout-Symptome: Diese Warnzeichen solltest du kennen
Burnout entwickelt sich meist schrittweise und nicht von einem Tag auf den anderen. Die Symptome können sich auf mehreren Ebenen zeigen.
Körperliche Symptome
Körperliche Beschwerden können Burnout begleiten, sind jedoch nicht spezifisch für die Erkrankung.
- Anhaltende Erschöpfung: Ein zentrales Symptom. Du fühlst dich trotz Ruhe und Schlaf nicht ausreichend erholt.
- Schlafstörungen: Du kannst schlecht einschlafen, weil deine Gedanken kreisen, oder wachst nachts häufig auf und findest nicht wieder zur Ruhe.
- Muskelverspannungen und Schmerzen: Nacken- und Rückenschmerzen, Spannungskopfschmerzen oder Migräne können auftreten.
- Herz-Kreislauf-Beschwerden: Herzrasen, Herzklopfen oder ein Druckgefühl im Brustkorb können vorkommen. Solche Beschwerden sollten jedoch immer medizinisch abgeklärt werden, weil auch körperliche Ursachen dahinterstecken können.
- Magen-Darm-Beschwerden: Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung können länger anhaltenden Stress begleiten.
- Veränderungen der Immunfunktion: Chronischer psychischer Stress kann die Immunregulation beeinflussen. Häufige Infekte sind jedoch unspezifisch und sollten nicht automatisch Burnout zugeschrieben werden.
Emotionale Symptome
Auf emotionaler Ebene verändert sich häufig die Wahrnehmung der eigenen Arbeit.
- Innere Leere und Gleichgültigkeit: Du fühlst dich emotional abgestumpft. Arbeit, die dir früher wichtig war, bedeutet dir kaum noch etwas.
- Reizbarkeit und Zynismus: Kleinigkeiten bringen dich schneller aus der Ruhe. Du reagierst zynisch auf Kolleginnen, Kollegen oder neue Aufgaben.
- Gefühl von Sinnlosigkeit: Du fragst dich zunehmend, warum du das alles überhaupt machst.
- Sozialer Rückzug: Du vermeidest Kontakt mit Kolleginnen und Kollegen in Pausen und hast nach der Arbeit kaum noch Energie für Freunde oder Familie.
Kognitive Symptome
Chronische psychische Belastung kann die mentale Leistungsfähigkeit beeinflussen.
- Konzentrationsprobleme: Es fällt dir schwer, bei einer Aufgabe zu bleiben. Du liest Sätze mehrfach und schweifst ständig ab.
- Vergesslichkeit: Du vergisst Termine, Namen oder wichtige Details. Deine To-do-Liste wird länger statt kürzer.
- Entscheidungsprobleme: Selbst einfache Entscheidungen fühlen sich anstrengend an. Du zögerst, schiebst Aufgaben auf und fühlst dich überfordert.
- Verlangsamtes Denken: Du hast das Gefühl, dein Kopf arbeite wie im Nebel, häufig als „Brain Fog“ beschrieben.
Diese Symptome sind unspezifisch und können auch auf andere medizinische oder psychische Ursachen hinweisen. Deshalb ist eine gründliche Abklärung wichtig, bevor du selbst von Burnout ausgehst.
Häufige Ursachen und Risikofaktoren für Burnout
Burnout ist kein persönliches Versagen. Es wird mit einem Missverhältnis zwischen äußeren Anforderungen und verfügbaren Ressourcen in Verbindung gebracht. Die Ursachen liegen meist in einer Kombination aus Arbeitsbedingungen, individuellen Eigenschaften und übergeordneten sozialen Faktoren.
Arbeitsbezogene Faktoren
Christina Maslach hat sechs zentrale Bereiche im Arbeitsumfeld beschrieben, die das Burnout-Risiko maßgeblich beeinflussen können:
- Chronische Überlastung: dauerhaft zu viel Arbeit, hoher Zeitdruck und zu wenig Erholung.
- Fehlende Kontrolle: das Gefühl, keinen Einfluss auf die eigene Arbeit, Prozesse oder strategische Entscheidungen zu haben.
- Unzureichende Anerkennung: mangelnde finanzielle oder soziale Wertschätzung der geleisteten Arbeit.
- Schwache Gemeinschaft: fehlende soziale Unterstützung, Teamkonflikte, Mobbing oder Isolation.
- Fehlende Fairness: das Gefühl, bei Aufgabenverteilung, Bezahlung oder Beförderungen unfair behandelt zu werden.
- Wertekonflikte: die eigene Arbeit steht im Widerspruch zu persönlichen Werten und Überzeugungen.
Persönliche Risikofaktoren
Bestimmte Persönlichkeitsmerkmale und Verhaltensmuster wurden mit einem höheren Burnout-Risiko in Verbindung gebracht.
- Perfektionismus: Sehr hohe persönliche Ansprüche und ausgeprägte Selbstkritik können zu übermäßiger Arbeitsbelastung und zu wenig Erholung beitragen.
- Hohe Identifikation mit der Arbeit: Wer sich sehr stark über den Beruf definiert, erkennt persönliche Grenzen möglicherweise später und schützt Erholungszeiten weniger konsequent.
- Schwierigkeiten, Grenzen zu setzen: Nicht „Nein“ sagen zu können und nach der Arbeit mental nicht abzuschalten.
- Schwache Erholungsstrategien: Fehlende Möglichkeiten, nach belastenden Phasen wirksam zu regenerieren.
Gesellschaftliche und biologische Faktoren
Auch übergeordnete Einflüsse spielen eine Rolle:
- Always-on-Kultur: Ständige Erreichbarkeit über Smartphone und verschwimmende Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit können die Gesamtbelastung erhöhen, weil echte Erholungsphasen fehlen.
- Individuelle Stressphysiologie: Menschen unterscheiden sich darin, wie stark sie physiologisch auf Stress reagieren. Systeme wie die HPA-Achse und das autonome Nervensystem sind an der Stressreaktion beteiligt. Messgrößen wie Cortisol oder HRV können jedoch für sich allein nicht bestimmen, ob jemand Burnout hat.
Menschen in helfenden Berufen wie Ärztinnen, Ärzten und Pflegekräften zeigen in vielen Studien hohe Raten an Burnout-Symptomen. Auch Führungskräfte und andere Berufsgruppen mit dauerhaft hoher Arbeitsbelastung, Verantwortung oder geringer Kontrolle können betroffen sein. Der Manager Check-up bei YEARS richtet sich speziell an gesundheitliche Risiken, die mit hoher beruflicher Belastung einhergehen können.
Red Flags: Wann du sofort medizinische Hilfe suchen solltest
Bestimmte Symptome sind ernstzunehmende Warnzeichen und erfordern unmittelbares Handeln.
Suche sofort ärztliche Hilfe oder eine Notaufnahme auf, wenn Folgendes auftritt:
- Herzrasen zusammen mit Brustschmerzen, Atemnot oder Schwindel: Ein Herzinfarkt oder eine andere kardiologische Ursache muss ausgeschlossen werden.
- Gedanken daran, dir selbst etwas anzutun oder dein Leben zu beenden: Das ist ein medizinischer Notfall. Dein Leben ist wichtiger als jeder Job.
Wichtiger Hinweis: Wenn du dich in einer akuten Krise befindest und Suizidgedanken hast, wende dich sofort an den medizinischen Notdienst oder eine geeignete Krisenstelle.
Auch wenn keine akute Lebensgefahr besteht, solltest du zeitnah ärztliche Hilfe suchen, wenn die Symptome deinen Alltag massiv beeinträchtigen oder du das Gefühl hast, die Kontrolle zu verlieren. Viele Betroffene warten aus Scham oder dem Gefühl, einfach weiter funktionieren zu müssen, zu lange. Burnout ist kein Charakterfehler. Anhaltende Erschöpfung und psychische Belastung verdienen eine professionelle Abklärung.
Medizinische Diagnostik bei Burnout: Was tatsächlich untersucht wird
Wenn du mit chronischer Erschöpfung und Burnout-Symptomen eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchst, beginnt die medizinische Abklärung in der Regel mit einer ausführlichen Anamnese und einer körperlichen Untersuchung. Abhängig von Symptomen und Risikofaktoren können anschließend gezielte Laboruntersuchungen oder weitere diagnostische Verfahren sinnvoll sein, um körperliche Erkrankungen zu erkennen oder auszuschließen, die ähnliche Beschwerden verursachen können.
Psychische und körperliche Ursachen müssen dabei nicht nacheinander untersucht werden. Sie können gleichzeitig bestehen und sollten je nach Situation parallel berücksichtigt werden.
Organische Ursachen abklären: Differenzialdiagnostik
Zahlreiche körperliche Erkrankungen können Symptome verursachen, die Burnout ähneln. Abhängig vom individuellen Beschwerdebild können relevante Differenzialdiagnosen unter anderem sein:
- Hypothyreose: Eine Schilddrüsenunterfunktion kann zu Müdigkeit, Antriebsmangel, Kälteempfindlichkeit, Gewichtsveränderungen und kognitiven Beschwerden führen. TSH ist typischerweise der erste Laborparameter; freie Schilddrüsenhormone werden bei entsprechender Indikation ergänzt.
- Eisenmangel und Anämie: Eisenmangel oder eine verminderte Zahl roter Blutkörperchen können Erschöpfung, reduzierte Leistungsfähigkeit, Blässe und Konzentrationsprobleme verursachen. Blutbild und Ferritin gehören zu den häufig eingesetzten Untersuchungen.
- Vitaminmängel: Bestimmte Mangelzustände können zu Müdigkeit oder neurologischen Symptomen beitragen. Welche Werte untersucht werden sollten, hängt von Anamnese, Ernährung, Risikofaktoren, Symptomen und klinischem Verdacht ab.
- Diabetes und Störungen des Glukosestoffwechsels: Eine gestörte Glukoseregulation kann mit Müdigkeit einhergehen. Etablierte diagnostische Verfahren sind unter anderem Nüchternglukose, HbA1c und in ausgewählten Fällen ein oraler Glukosetoleranztest, OGTT. HOMA-IR kann zusätzliche Informationen zur Insulinresistenz liefern, ist jedoch kein universeller diagnostischer Standardtest.
- Entzündliche Prozesse: Marker wie CRP oder hs-CRP können Hinweise auf systemische Entzündungsaktivität liefern, sind jedoch unspezifisch und zeigen nicht die Ursache der Entzündung.
Je nach Symptomen können Ärztinnen und Ärzte außerdem weitere Ursachen berücksichtigen, beispielsweise Schlafstörungen, Medikamentennebenwirkungen, Infektionen, Autoimmunerkrankungen, neurologische Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ME/CFS, Long COVID oder psychische Erkrankungen.
Autonome und kognitive Funktion beurteilen: HRV und neurokognitive Tests
Zusätzlich zu grundlegenden Laboruntersuchungen können weitere diagnostische Methoden Informationen über physiologische und kognitive Funktionen liefern, die während länger anhaltender Belastungsphasen beeinflusst sein können:
- Herzratenvariabilität (HRV): HRV bildet Aspekte der autonomen Regulation ab und wird unter anderem durch Stress, Schlaf, körperliche Fitness, Erkrankungen, Alkohol, Alter und Medikamente beeinflusst. Eine niedrigere HRV wurde in Studien mit psychischer Belastung in Verbindung gebracht. Sie ist jedoch kein spezifischer Biomarker für Burnout und kann chronischen Stress nicht eigenständig diagnostizieren.
- Neurokognitive Tests: Standardisierte Testbatterien können Konzentration, Gedächtnis, Verarbeitungsgeschwindigkeit und exekutive Funktionen wie Planungsfähigkeit objektiv erfassen. Sie können zeigen, ob in diesen Bereichen Leistungseinbußen bestehen, aber nicht allein anhand des Testergebnisses bestimmen, ob chronischer Stress die Ursache ist.
Was ist mit dem Stresshormon Cortisol?
Cortisol spielt eine zentrale Rolle in der Stressreaktion. Veränderungen des normalen Cortisol-Tagesprofils wurden bei Menschen mit chronischer Belastung und Burnout untersucht. Einige Studien berichten beispielsweise über flachere Tagesverläufe oder veränderte Reaktionen der HPA-Achse, andere finden solche Unterschiede nicht.
Die Studienlage ist heterogen. Es gibt derzeit kein charakteristisches Cortisolmuster, anhand dessen Burnout diagnostiziert werden könnte.
Eine einzelne Cortisolmessung im Blut hat für die Beurteilung von chronischem psychischem Stress nur einen begrenzten Aussagewert. Wiederholte Speichelmessungen können zusätzliche Informationen über die Aktivität der HPA-Achse und den Tagesrhythmus von Cortisol liefern.
Umfangreichere Hormonprofile können zusätzlich DHEA-S enthalten. Das Verhältnis zwischen Cortisol und DHEA-S wurde im Zusammenhang mit Stress und Erschöpfung untersucht. Weder DHEA-S noch der Cortisol/DHEA-S-Quotient sind jedoch etablierte eigenständige diagnostische Marker für Burnout.
Umfassende Untersuchung an einem Tag
Die medizinische Abklärung von chronischer Erschöpfung kann abhängig von Symptomen und Vorgeschichte unterschiedliche Untersuchungen umfassen. Das YEARS Core® Programm bündelt eine breite Auswahl an Labor- und Funktionsdiagnostik an einem einzigen Tag in Berlin. Dazu gehören:
- Ein umfangreiches Laborpanel mit 87 Biomarkern, darunter Parameter mit Bezug zu Schilddrüsenfunktion, Eisenstatus, Vitaminstatus, Entzündung und Glukosestoffwechsel.
- Eine HRV-Analyse zur Beurteilung der autonomen Regulation.
- Eine neurokognitive Testbatterie zur objektiven Erfassung verschiedener Bereiche der mentalen Leistungsfähigkeit.
- Weitere Untersuchungen wie ein 12-Kanal-EKG, Ultraschall und Bodyplethysmographie zur Beurteilung kardiovaskulärer, organbezogener und pulmonaler Parameter.
YEARS diagnostiziert Burnout nicht anhand von Biomarkern. Das Programm ermöglicht eine breite medizinische Untersuchung und kann helfen, häufige oder klinisch relevante körperliche Faktoren zu identifizieren, die zu Beschwerden wie Erschöpfung, Leistungseinbußen oder Konzentrationsproblemen beitragen können.
Es kann nicht jede mögliche Ursache chronischer Erschöpfung ausschließen. Sämtliche Befunde müssen ärztlich im Zusammenhang mit Symptomen und Krankengeschichte interpretiert werden.
Wer eine umfangreichere Untersuchung wünscht, die zusätzlich Hormone wie Cortisol und DHEA-S umfasst, findet diese im YEARS Evolve® Programm.
Burnout-Selbsttests: Was sie können – und was nicht
Online finden sich zahlreiche kostenlose Burnout-Selbsttests. Diese basieren häufig auf etablierten psychologischen Fragebögen wie dem Maslach Burnout Inventory, MBI, oder dem Copenhagen Burnout Inventory, CBI.
Was sie können:
Ein solcher Test kann eine erste Orientierung bieten. Er hilft dabei, die eigenen Symptome zu reflektieren und das Ausmaß der Belastung besser einzuschätzen. Wenn das Ergebnis auf ausgeprägte Burnout-Symptome hinweist, kann dies ein sinnvoller Anlass sein, professionelle Unterstützung zu suchen.
Was sie nicht können:
Ein Online-Test ersetzt keine medizinische oder psychologische Diagnostik. Er kann körperliche Ursachen nicht ausschließen und keine definitive klinische Diagnose stellen.
Nutze einen Selbsttest als Ausgangspunkt, nicht als Endpunkt.
Behandlungsmöglichkeiten und nächste Schritte nach der Diagnostik
Nach einer medizinischen und psychologischen Abklärung sollte die Behandlung an die individuellen Ursachen, Symptome und Arbeitsbedingungen angepasst werden. Ein einzelnes, universell etabliertes Behandlungsprotokoll für Burnout gibt es derzeit nicht.
Mehrere Ansätze können sinnvoll sein:
- Psychotherapie: Kognitive Verhaltenstherapie, CBT, und andere psychologische Interventionen können dabei helfen, Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen und zu verändern, die zu chronischer Belastung beitragen. Auch achtsamkeitsbasierte Interventionen wie MBSR können bei manchen Menschen die subjektiv wahrgenommene Belastung reduzieren. Die Effekte unterscheiden sich jedoch zwischen einzelnen Personen.
- Lebensstil und Regeneration: Ausreichender Schlaf, eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität und ausreichende Erholung können die körperliche und psychische Gesundheit unterstützen. Art und Intensität der Bewegung sollten an die individuelle Situation angepasst werden, insbesondere bei ausgeprägter Fatigue oder einem möglichen ME/CFS.
- Arbeitsbezogene Maßnahmen: Da Burnout definitionsgemäß mit beruflichem Stress verbunden ist, können Veränderungen von Arbeitsbelastung, Kontrolle, Verantwortlichkeiten, Arbeitszeiten, Teamstrukturen oder anderen Arbeitsbedingungen besonders wichtig sein. Manchmal ist eine Krankschreibung notwendig, um vorübergehend Abstand von der akuten Belastung zu schaffen. Eine stufenweise Wiedereingliederung, beispielsweise über das Hamburger Modell, kann anschließend den Wiedereinstieg erleichtern.
- Medizinische Behandlung festgestellter Erkrankungen: Wenn während der Diagnostik beispielsweise ein Eisenmangel, eine Schilddrüsenerkrankung, eine Schlafstörung oder eine andere medizinische Ursache festgestellt wird, sollte diese entsprechend etablierter medizinischer Leitlinien behandelt werden.
- Selbstwirksamkeit stärken: Grenzen zu setzen, „Nein“ sagen zu lernen und verlässliche Erholungsphasen in den Alltag einzubauen, können wichtige Bestandteile einer umfassenderen Strategie sein.
Der Verlauf sollte primär anhand von Symptomen, Funktionsfähigkeit, psychischem Wohlbefinden und der Fähigkeit beurteilt werden, wieder am Alltag und Berufsleben teilzunehmen. Biomarker oder HRV können in bestimmten Situationen zusätzliche Informationen liefern. Es gibt derzeit jedoch keinen validierten Biomarker, der die Erholung von Burnout objektiv bestätigen kann.
Fazit: Burnout erkennen ist der erste Schritt, medizinische Abklärung der zweite
Burnout zu erkennen, kann schwierig sein. Die Symptome sind diffus, der Verlauf häufig schleichend und der gesellschaftliche Druck, weiter zu „funktionieren“, ist hoch. Warnzeichen ernst zu nehmen, ist ein wichtiger Schritt, um rechtzeitig Unterstützung zu suchen.
Nimm deine Erschöpfung ernst, aber vermeide vorschnelle Selbstdiagnosen. Chronische Müdigkeit ist ein medizinisches Symptom mit zahlreichen möglichen Ursachen und verdient eine strukturierte medizinische Abklärung.
Medizinische Diagnostik kann helfen, körperliche Erkrankungen zu identifizieren, die Symptome verursachen oder verstärken. Eine psychologische oder psychotherapeutische Abklärung kann gleichzeitig Burnout-Symptome, Depression, Angststörungen und andere relevante Faktoren beurteilen.
Auf Grundlage der individuellen Befunde kann anschließend eine passende Strategie entwickelt werden, statt davon auszugehen, dass eine einzige Erklärung auf alle Betroffenen zutrifft.
Wenn du diesen Prozess strukturiert angehen möchtest, bietet das YEARS Core® Programm einen breiten medizinischen Ausgangspunkt: Zahlreiche relevante körperliche Risikofaktoren werden untersucht und eine objektive gesundheitliche Ausgangsbasis mithilfe von 87 Biomarkern, HRV-Messung, neurokognitiven Tests und weiterer Funktionsdiagnostik geschaffen.
Für weitere Fragen zum Ablauf oder zu den Programmen findest du Informationen in unseren FAQ oder kannst uns direkt kontaktieren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Woran erkenne ich, ob ich Burnout habe oder einfach nur erschöpft bin?
Normale Erschöpfung hängt meist mit einer konkreten Belastung zusammen und bessert sich häufig nach ausreichender Erholung. Burnout umfasst eine Kombination aus anhaltender Erschöpfung, zunehmender mentaler Distanz oder Zynismus gegenüber der Arbeit und reduzierter beruflicher Leistungsfähigkeit im Zusammenhang mit chronischem Stress am Arbeitsplatz.
Diese Symptome überschneiden sich mit Depression, Schlafstörungen, körperlichen Erkrankungen und anderen Beschwerden. Anhaltende oder starke Symptome sollten deshalb professionell abgeklärt werden.
Welche Laborwerte sind bei Verdacht auf Burnout sinnvoll?
Es gibt keinen Laborwert, der Burnout diagnostizieren kann.
Abhängig von Symptomen, Krankengeschichte und Risikofaktoren können Ärztinnen und Ärzte beispielsweise folgende Untersuchungen erwägen:
- Großes oder kleines Blutbild und Ferritin zur Beurteilung von Anämie oder Eisenmangel
- TSH, bei entsprechender Indikation ergänzt um weitere Schilddrüsenparameter
- Glukose und HbA1c zur Beurteilung des Glukosestoffwechsels
- CRP oder hs-CRP bei Verdacht auf entzündliche Prozesse
- Weitere Untersuchungen auf Nährstoffmängel oder andere medizinische Ursachen, wenn entsprechende Hinweise bestehen
Welche Laboruntersuchungen sinnvoll sind, sollte individuell entschieden werden und nicht anhand eines starren „Burnout-Panels“.
Kann ein Arzt Burnout offiziell diagnostizieren?
Burnout wird von der WHO nicht als eigenständige Krankheit klassifiziert. In der ICD-11 ist es unter QD85 als berufsbezogenes Phänomen aufgeführt, das aus chronischem Stress am Arbeitsplatz entsteht, der nicht erfolgreich bewältigt wurde.
Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeutinnen beziehungsweise Psychotherapeuten können Burnout-Symptome beurteilen und insbesondere prüfen, ob eine andere diagnostizierbare Erkrankung wie eine Depression, Anpassungsstörung, Angststörung oder körperliche Erkrankung die Beschwerden besser erklärt.
Wie lange dauert eine vollständige medizinische Burnout-Abklärung?
Die Dauer hängt von den Symptomen und davon ab, welche Untersuchungen medizinisch sinnvoll sind. Ein Teil der Abklärung kann hausärztlich erfolgen, während in anderen Fällen zusätzliche Facharzttermine notwendig sind.
Bei YEARS wird eine breite Auswahl medizinischer und funktioneller Diagnostik innerhalb eines Termins durchgeführt. Das Core® Programm dauert etwa 6 Stunden, das umfangreichere Evolve® Programm etwa 9 Stunden.
Disclaimer
Dieser Artikel dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei ernsthaften Symptomen oder gesundheitlichen Beschwerden solltest du immer professionelle medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.
Quellen
- Maslach, C., & Leiter, M. P. (2016). Understanding the burnout experience: recent research and its implications for psychiatry. World Psychiatry, 15(2), 103–111. https://doi.org/10.1002/wps.20311
- World Health Organization (WHO). (2019). Burn-out an "occupational phenomenon": International Classification of Diseases.
- Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Clinical Overview of ME/CFS.
- Systematischer Review zu physiologischen Biomarkern bei Burnout (2026): Die aktuelle Evidenz unterstützt keine konsistente biologische Signatur, die sich für die routinemäßige Burnout-Diagnostik eignet.



