Eingangsbereich der YEARS Klinik in Berlin-Charlottenburg

Präventivmedizin

Alle drei Jahre ein Check-up ist ein Anfang, kein Plan.

Was die gesetzliche Vorsorge trägt, ist mehr als viele denken und weniger als ein vollständiger Status. Die vier Präventionsebenen, die Programme des Gemeinsamen Bundesausschusses im Überblick, und wo ein Diagnostiktag an einem Ort tatsächlich etwas beiträgt.

  • Was die Kasse zahlt
  • Was sie nicht zahlt
  • Auch die Risiken von Vorsorge
  • Ein Diagnostiktag in Berlin

Kurz gefasst

Was Präventivmedizin ist und was sie leistet

Präventivmedizin soll Krankheiten verhindern oder früh erkennen, statt sie zu behandeln, wenn sie Beschwerden machen. Sie arbeitet auf drei Ebenen: Primärprävention wirkt, bevor eine Erkrankung entsteht, über Blutdruck, Lipide, Bewegung, Rauchstopp und Impfungen. Sekundärprävention findet eine Erkrankung im symptomfreien Stadium, das ist der Bereich der Früherkennung. Tertiärprävention verhindert Fortschreiten und Rückfall. In Deutschland ist ein erheblicher Teil davon Regelversorgung mit klaren Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses, vom Gesundheits-Check-up ab 35 bis zum Niedrigdosis-CT für die Lungenkrebs-Risikogruppe. Alles darüber ist Selbstzahlerleistung mit sehr unterschiedlicher Belegkraft, und diese Grenze verläuft nicht dort, wo der Markt sie zeichnet.

Auf einen Blick

Ebenen
Primär, sekundär, tertiär — plus Quartärprävention gegen Übertherapie
Regelversorgung
Gesundheits-Check-up ab 35, sechs Früherkennungsprogramme
Stärkste Faktoren
Nicht rauchen, Ausdauer, Blutdruck und Lipide, Schlaf
Bei YEARS ab
1.900 € (Core), ein Diagnostiktag in Berlin
Was wir nicht tun
Keine Infusionstherapien, keine Supplement-Verkäufe, kein Ersatz für die Früherkennung
Einordnung
Jedes Verfahren einer von drei Evidenzstufen zugeordnet

Der Zeitpunkt

Vier Arten von Vorsorge — und wann welche zählt.

Die Einteilung klingt akademisch, entscheidet aber, was ein Verfahren überhaupt leisten kann. Ein Screening auf einer Ebene beantwortet keine Frage der anderen.

Primärprävention

Vor der Erkrankung

Blutdrucksenkung, Lipidmanagement, Ausdauertraining, Rauchstopp, Impfungen, Gewichtsführung

Hier liegt der größte Teil des erreichbaren Effekts. Kostet wenig, braucht Konsequenz statt Technik.

Sekundärprävention

Erkrankung da, keine Beschwerden

Koloskopie, Mammografie, Hautkrebsscreening, Blutdruck- und Lipidmessung, Niedrigdosis-CT bei Risikogruppen

Der Bereich, in dem die Leitlinien-Früherkennung steht. Auch der Bereich, in dem Überdiagnose entsteht.

Tertiärprävention

Bei bestehender Erkrankung

Rehabilitation nach Herzinfarkt, Rezidivprophylaxe, Sekundärprophylaxe mit Statinen und Blutdrucksenkern

Gehört in die behandelnde Versorgung, nicht in ein Vorsorgeprogramm.

Quartärprävention

Gegen die Medizin selbst

Verzicht auf Diagnostik ohne Konsequenz, Vermeidung von Übertherapie, Aufklärung über Überdiagnose

Die Ebene, die im Selbstzahlermarkt am häufigsten fehlt. Wir denken sie mit, weil sie sonst niemand mitdenkt.

Wer eine Vorsorgeuntersuchung bewertet, sollte zuerst fragen, auf welcher Ebene sie arbeitet. Ein Ganzkörper-MRT ist Sekundärprävention und ersetzt keine Primärprävention: Wer raucht und einen unbehandelten Blutdruck von 160 hat, gewinnt aus der Bildgebung weniger als aus zwei Medikamenten und einem Rauchstopp.

Kostenlos für Dich

Was Deine Krankenkasse schon zahlt.

Mehr, als viele annehmen. Über diese Programme entscheidet der Gemeinsame Bundesausschuss, das Gremium aus Kassen, Ärzten und Kliniken, das festlegt, was die gesetzliche Versicherung bezahlt. Aufgenommen wird nur, was nachweislich Krankheit oder Sterblichkeit senkt. Für Dich kostenfrei.

Gesundheits-Check-up

Für wen

Ab 35 Jahren

Intervall

Alle drei Jahre, zwischen 18 und 34 einmalig

Hautkrebsscreening

Für wen

Ab 35 Jahren

Intervall

Alle zwei Jahre

Darmkrebs-Früherkennung

Für wen

Koloskopie: Männer ab 50, Frauen ab 55. Stuhltest ab 50

Intervall

Koloskopie zweimal im Abstand von zehn Jahren

Mammografie-Screening

Für wen

Frauen von 50 bis 75

Intervall

Alle zwei Jahre. Einladung bis 69, ab 70 auf eigene Anmeldung — Obergrenze seit Juli 2024 von 69 auf 75 angehoben

Zervixkarzinom-Früherkennung

Für wen

Ab 20 Jahren, ab 35 mit HPV-Test

Intervall

Jährlich, ab 35 alle drei Jahre als Kombination

Bauchaortenaneurysma-Screening

Für wen

Männer ab 65 Jahren

Intervall

Einmalig, per Ultraschall

Lungenkrebs-Screening

Für wen

Starke und ehemalige Raucher von 50 bis 75, ab 15 Packungsjahren

Intervall

Niedrigdosis-CT alle zwölf Monate. Seit 1. April 2026 Regelleistung

Prostata-Untersuchung

Für wen

Männer ab 45 Jahren

Intervall

Jährlich, Tastuntersuchung

Brustuntersuchung

Für wen

Frauen ab 30 Jahren

Intervall

Jährlich, ärztliche Tastuntersuchung plus Anleitung zur Selbstuntersuchung

Nicht enthalten sind Bildgebung ohne Anlass, ApoB und Lp(a), Hormonpanels, Entzündungsmarker, Belastungsdiagnostik mit direkt gemessenem VO2max und alle genetischen Verfahren ohne konkrete medizinische Indikation. Genau dort setzt ein Selbstzahler-Check-up an — und genau dort ist die Belegkraft heterogen.

Verbindliche Quellen: G-BA: Gesundheitsuntersuchung · G-BA: Krebsfrüherkennung · KBV: Lungenkrebs-Screening

Die Reihenfolge

Vier Faktoren, bevor irgendeine Technik dazukommt.

Nach Datenlage geordnet, nicht nach Aufwand. Wer hier etwas offen hat, holt daraus mehr heraus als aus jeder erweiterten Diagnostik.

Nicht rauchen

Der einzelne Faktor mit dem größten Effekt auf die verbleibende Lebenszeit, mit weitem Abstand. Kein Verfahren und kein Präparat kompensiert das.

Aerobe Fitness

Die kardiorespiratorische Fitness ist einer der stärksten Vorhersagewerte für die Lebenserwartung. Messbar als VO2max, veränderbar durch Training, nicht durch Diagnostik.

Blutdruck und Lipide

Beide sind früh messbar, beide über Jahrzehnte wirksam, beide behandelbar mit gut untersuchten Medikamenten. ApoB und Lp(a) schärfen das Bild über LDL hinaus.

Schlafregelmäßigkeit

Nicht nur Dauer, sondern Regelmäßigkeit. Der Faktor mit der schwächeren Datenlage von den vier, aber immer noch mit besserer als jede Ergänzung.

Diese Reihenfolge ist der Grund, warum wir kein Programm verkaufen, ohne sie vorher anzusprechen. Ein Check-up, der einen unbehandelten Blutdruck dokumentiert und dann über epigenetische Uhren spricht, hat die Prioritäten vertauscht.

Ausführlich: Longevity für Einsteiger — was belegt ist und was überschätzt wird

Anbietertypen

Wer Präventivmedizin in Deutschland anbietet.

Vier Typen mit sehr unterschiedlicher Reichweite. Die Frage ist nicht, wer der beste ist, sondern welcher Typ zu Deiner Fragestellung passt.

Hausärztliche Praxis

Trägt die Regelversorgung: Gesundheits-Check-up, Impfungen, Blutdruck, Lipide, HbA1c, Anmeldung zu den Früherkennungsprogrammen. Zu Lasten der Kasse.

Passt, wenn

Du beim Einstieg stehst. Wer Blutdruck, ApoB und HbA1c nicht kennt, gewinnt hier mehr als in jeder Klinik.

Betriebsärztlicher Dienst

Arbeitsmedizinische Vorsorge nach ArbMedVV, teils erweiterte Angebote über die betriebliche Gesundheitsförderung. Kostenfrei für Beschäftigte.

Passt, wenn

Dein Arbeitgeber einen Dienst hat und Du den Einstieg ohne eigene Kosten willst.

Privatärztliches Präventionszentrum

Bündelt Labor, Bildgebung, Funktionsdiagnostik und ärztliche Auswertung in einen Tag. Selbstzahler, Abrechnung nach GOÄ.

Passt, wenn

Du wenig Zeit hast, einen vollständigen Status willst und danach eine Einordnung brauchst.

Medical Spa und Kurklinik

Mehrtägiger Aufenthalt, Diagnostik verbunden mit Therapie, Ernährungsmedizin und Regeneration.

Passt, wenn

Du Zeit für einen längeren Aufenthalt hast und Diagnostik mit Behandlung verbinden willst.

In Berlin

Präventivmedizin in Berlin, und woran Du Niveau erkennst.

YEARS liegt in Berlin-Charlottenburg an der Joachimsthaler Straße, wenige Minuten vom Kurfürstendamm. Der Diagnostiktag dauert rund sechs Stunden, alles im Haus, kein separater MRT-Termin. Wenn Du Anbieter vergleichst, sind das die fünf Fragen, die den Unterschied machen und die sich prüfen lassen.

  1. Wird die Aussagekraft je Verfahren offen ausgewiesen, oder wird alles gleich stark verkauft?
  2. Gibt es nach dem Befund eine persönliche ärztliche Besprechung und eine Koordination der Weiterbehandlung?
  3. Wird gesagt, dass die Leitlinien-Früherkennung nicht ersetzt wird — Koloskopie, Mammografie, Hautscreening bleiben eigenständig indiziert?
  4. Wird über Überdiagnose und falsch positive Befunde vor der Untersuchung gesprochen, nicht erst danach?
  5. Einzeltermin oder Verlauf über das Jahr? Ein Messpunkt sagt weniger als eine Kurve.

Die Programmseiten: Longevity Berlin bei YEARS · Gesundheitscheck Berlin

Die andere Seite

Wo Vorsorge schaden kann.

Das gehört in die Aufklärung vor der Untersuchung, nicht in das Kleingedruckte danach.

Überdiagnose

Ein Befund, der ohne den Test nie Beschwerden gemacht hätte, wird behandelt. Die Behandlung hat Risiken, der Gewinn fehlt. Besonders relevant bei Schilddrüsen-, Prostata- und Nierenbefunden.

Falsch positive Ergebnisse

Ein auffälliger Befund löst eine Kette weiterer Untersuchungen aus, jede mit eigenem Risiko und eigener Belastung. Am Ende steht häufig kein Befund — die Kette bleibt trotzdem.

Falsche Beruhigung

Ein unauffälliger Befund verzögert die Abklärung späterer Beschwerden. Ein Ganzkörper-MRT ohne Auffälligkeit ist keine Garantie für die nächsten Jahre.

Verschobene Prioritäten

Ein Programm, das über epigenetische Uhren spricht, während der Blutdruck unbehandelt ist, hat die Reihenfolge vertauscht. Der Schaden ist die verlorene Zeit.

Deshalb ist die Frage bei jedem Verfahren nicht, ob es etwas findet, sondern ob der Fund eine Handlung auslöst, die den Verlauf verbessert. Diese Kette weisen wir für jedes Verfahren in unseren Programmen offen aus, samt der Stufen, auf denen sie abbricht.

Die vollständige Einordnung: Evidenz und wissenschaftliche Standards

Häufige Fragen zur Präventivmedizin

Präventivmedizin ist der Teil der Medizin, der Krankheiten verhindern oder früh erkennen soll, statt sie zu behandeln, wenn sie bereits Beschwerden machen. Sie arbeitet auf drei Ebenen. Die Primärprävention setzt an, bevor eine Erkrankung entsteht, etwa über Blutdruck, Lipide, Bewegung, Rauchstopp und Impfungen. Die Sekundärprävention erkennt eine Erkrankung, die schon da ist, aber noch keine Beschwerden macht, das ist der Bereich der Früherkennung. Die Tertiärprävention verhindert das Fortschreiten oder einen Rückfall bei bestehender Erkrankung. In Deutschland ist ein Teil davon Regelversorgung mit klaren Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses, der Rest ist Selbstzahlerleistung mit sehr unterschiedlicher Belegkraft.

Der Zeitpunkt im Krankheitsverlauf. Primärprävention wirkt, bevor es eine Erkrankung gibt: Blutdrucksenkung, Lipidmanagement, Ausdauertraining, Rauchstopp, Impfungen. Sekundärprävention findet eine Erkrankung im symptomfreien Stadium, dazu gehören Koloskopie, Mammografie, Hautkrebsscreening und die Blutdruck- und Lipidmessung als Aufdeckung eines unbemerkten Risikos. Tertiärprävention verhindert Fortschreiten und Rückfall bei bestehender Erkrankung, etwa Rehabilitation nach Herzinfarkt. Manche Autoren nennen zusätzlich die Quartärprävention: den Schutz vor Übertherapie und vor Schaden durch überflüssige Diagnostik. Diese vierte Ebene ist die, die im Selbstzahlermarkt am häufigsten fehlt und die wir ausdrücklich mitdenken.

Deutlich mehr, als viele annehmen, und deutlich weniger, als ein umfassender Check-up abdeckt. Der Gesundheits-Check-up steht ab 35 alle drei Jahre zu, zwischen 18 und 34 einmalig, mit Anamnese, körperlicher Untersuchung, kleinem Laborprofil und Urinuntersuchung. Dazu kommen Hautkrebsscreening ab 35 alle zwei Jahre, Koloskopie für Männer ab 50 und Frauen ab 55, Mammografie-Screening für Frauen ab 50, Zervixkarzinom-Früherkennung ab 20, eine einmalige Ultraschalluntersuchung auf Bauchaortenaneurysma für Männer ab 65 und das Niedrigdosis-CT-Screening für die definierte Lungenkrebs-Risikogruppe. Nicht enthalten sind Bildgebung ohne Anlass, ApoB und Lp(a), Hormonpanels und Belastungsdiagnostik.

Für den Einstieg reicht der Hausarzt weiter, als der Markt suggeriert. Blutdruck, Lipidprofil, HbA1c, Nierenfunktion, Impfstatus, Rauchstopp-Beratung und die Anmeldung zu den Früherkennungsprogrammen deckt er ab, meist zu Lasten der Kasse. Wer hier etwas offen hat, gewinnt daraus mehr als aus jeder erweiterten Diagnostik. Sinnvoll wird ein Präventionszentrum bei drei Konstellationen: familiäre Vorbelastung mit frühem Erkrankungsalter, Befunde, die sich durch Lebensstil nicht erklären lassen, und der Wunsch nach einem vollständigen Status an einem Tag statt über Monate verteilter Facharzttermine. Das ist eine Frage von Zeit und Fragestellung, nicht von Qualität.

Nein, und die Vermischung ist der häufigste Grund für falsche Erwartungen. Präventivmedizin ist eine etablierte Disziplin mit Leitlinien, definierten Programmen und Studien, die zeigen, dass Menschen damit länger gesund bleiben. Longevity beschreibt ein Forschungs- und Marktfeld, das Alterung selbst als beeinflussbaren Prozess versteht. Die Überschneidung ist groß: Blutdruck, Lipide, Fitness und Schlaf sind in beiden Feldern die Faktoren mit der besten Datenlage. Der Unterschied liegt am Rand, dort wo Longevity Verfahren einsetzt, für die es keine Endpunktdaten gibt, etwa epigenetische Uhren oder Ganzkörper-MRT ohne Anlass. Wir setzen solche Verfahren ein, weisen sie aber ausdrücklich als forschungsnah aus.

Ja, und das gehört zur Aufklärung. Drei Mechanismen. Erstens Überdiagnose: ein Befund, der ohne den Test nie Beschwerden gemacht hätte, wird behandelt, mit allen Risiken der Behandlung und ohne Gewinn. Zweitens falsch positive Ergebnisse, die eine Kette weiterer Untersuchungen auslösen, jede mit eigenem Risiko, bis am Ende oft nichts steht. Drittens die falsche Beruhigung durch einen unauffälligen Befund, die eine spätere Abklärung von Beschwerden verzögert. Deshalb ist die Frage bei jedem Verfahren nicht, ob es etwas findet, sondern ob der Fund eine Handlung auslöst, die den Verlauf verbessert. Genau diese Kette weisen wir für jedes Verfahren offen aus.

Wir sagen Dir, ob Du uns brauchst.

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